#1 Obedience- was ist das? von Britta 18.01.2010 01:56

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Obedience bedeutet auf Deutsch übersetzt Gehorsam und Unterordnung.

Bei dieser Form von Hundesport wird das exakte Befolgen von Kommandos erlernt, die den Hund Alltagstauglich machen. Leinenführigkeit, Freifolge, Ablegen in einer Gruppe von anderen Hunden, und das Sitz und Platz aus der Bewegung. Das Apportieren von identifizierenden Gegenständen und die Kontrolle auf Distanz durch den Hundeführer usw.

Bei Wettkämpfen können alle Hunde ohne Berücksichtigung von Größe und Rasse teilnehmen. Obedience ist auch für Menschen zugänglich die behindert sind und im Rollstuhl sitzen da bei dieser Hundesportart keine Sportliche Voraussetzung für Hundeführer bestehen.
Auch leicht behinderte Hunde oder ältere Hunde können mitmachen.

Die Prüfungsbedingungen


Um an Obedience- Prüfungen teilzunehmen sind verschiedenen Voraussetzungen zu erfüllen.
Gestartet wird in vier verschiedenen Klassen:

Beginner- Klasse, Klasse 1., Klasse 2. und Klasse 3.
Um an einer internationalen Obedience- Klasse oder an einer Europa- oder Weltmeisterschaft teilnehmen zu können, muss der Hund mindestens 15 Monate alt und in einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch registriert sein. Welche nationalen Prüfungen Zulassungsvoraussetzung für internationale Prüfungen sind, regeln die FCI-Mitgliedsländer separat.
Entsprechend der Prüfungsordnung des VDH muss der Hund für die Teilnahme in der Beginner- Klasse oder in Klasse 1. mindestens 15 Monate alt sein. Bei Klasse 2. muss der Hund 16 Monate und bei der Klasse 3. 17 Monate alt sein. Vor der ersten Obedience- Prüfung muss die Begleithundprüfung abgelegt werden. Die Teilnahme an Prüfungen der nächst höherer Klasse ist möglich, wenn in einer Klasse die Wertung vorzüglich erreicht wurde. Damit eine Prüfung durchgeführt werden kann, müssen mindesten 8 Teams teilnehmen. Die Qualifizierungsbedingungen im VDH führen dazu, dass Hunde 17 Monate alt sein müssen, um in der internationalen Klasse bei Prüfungen starten zu können, denn sie müssen vorher die Klasse 3 erfolgreich absolviert haben.

Beginner- Klasse

In der Beginner- Klasse werden verschiedene Elemente geprüft. Dabei gliedert sich jede Prüfung in die Einzelübungen und in die Gruppenarbeit.

Gruppenarbeit:


In der Gruppenarbeit der Beginner- Klasse ist es das Sozialverhalten des Hundes gefragt. Sie enthält die Übungen Verhalten gegenüber anderen Hunden, Stehen und Betasten des Hundes, Gebiss zeigen und Ablegen in der Gruppe. Bei der Gruppenarbeit befinden sich alle startenden Teams der Gruppe (mindestens drei Mensch-Hund-Teams) gleichzeitig auf dem Prüfungsgelände und absolvieren die Übungen gemeinsam.

Einzelübungen:


Die einzelnen Übungen beginnen und enden in der Grundstellung. Dabei sitzt der Hund dicht an der linken Seite des Hundeführers und hat Blickkontakt zu ihm. Die Schulter des Hunds befindet sich auf Kniehöhe des Hundeführers, die Körperachsen von Hund und Hundeführer sind exakt parallel ausgerichtet und der Hund sitzt gerade nach vorn.
Verhalten gegenüber anderen Hunden:

Als Erstes wird das Verhalten gegenüber anderen Hunden geprüft. Hier stehen alle Mensch-Hundteams in einer Reihe. Die Teams gehen der Reihe nach vor und hinter den anderen Teams, in einem maximalen Abstand von einem Meter entlang. Die Hunde sollen sich hierbei freundlich oder gleichgültig, aber keines Falls aggressiv verhalten. Wenn ein Hund bei dieser Übung durch negativ zu bewertendes Verhalten auffällt, so ist dieses Team von der Prüfung auszuschließen.

Stehen und Betasten:


Der Hundeführer tritt nach Aufforderung des Prüfers mit seinem Hund aus der Gruppe heraus. Der Hundeführer selbst, ob er diesen Prüfungsteil mit oder ohne Leine absolvieren möchte. Das Team stellt sich in die Grundstellung. Der Hund wird nach der Anweisung des Prüfers in das Steh gebracht. Danach begibt sich der Hundeführer schräg neben seinen Hund. Wenn der Hund angeleint bleibt, muss die Leine locker durchhängen. Der Hund darf durch den Hundeführer beruhigt werden, aber keine Kommandos gegeben. Der Hund muss sich nun vom Prüfer von allen Seiten betasten lassen und dabei ruhig stehen bleiben. Danach begibt sich der Hundeführer mit seinen Hund wieder in die Gruppe und nimmt die Grundstellung ein. Hilfe vom Hundeführer bei der Prüfung führen zu Punktabzügen.

Gebiss zeigen:

Auf Anweisung begibt sich das Team zum Richter. Dort bleibt es in der Grundstellung stehen. Der Hundeführer hebt nun die Lefzen des Hunds an. Dabei sollten die Seitenzähne sichtbar sein und das Gebiss geschlossen bleiben.

Ablegen in der Gruppe:


Alle Teilnehmer stehen in einer Reihe in einem Abstand von ca. 3 Metern zueinander. Die Hunde werden abgeleint und der Reihe nach in die Position Platz gebracht. Die Hundeführer entfernen sich ca. 20 Meter von ihren Hunden und drehen sich dann zu ihnen um. Der Hund darf sich dabei nicht aufrichten oder seine Position verändern und soll 2 Minuten so bleiben. Er darf höchstens seine eigene Körperlänge nach vorn kriechen um die Übung noch zu bestehen. Auf Anweisung des Prüfers gehen nach Ablauf der Zeit alle Hundeführer gleichzeitig wieder zu ihren Hunden zurück, wobei der Hund im Platz bleibt. Auf Anweisung des Prüfers gehen alle Hunde wieder in die Grundstellung. Der Hund muss lernen, nur die Kommandos des eigenen Hundeführers zu befolgen. Der Prüfer achtet darauf, dass die Hunde ihre Position nicht verändern und keine Zusatzkommandos gegeben werden.

Leinenführigkeit:


Der Hund wird an einer locker durchhängenden Leine Bei Fuß geführt. Beim Führen Bei Fuß geht der Hund so, dass er dicht an der linken Seite des Hundführers läuft. Der Hund soll dem Hundeführer so folgen, dass ihm beim Laufen nicht behindert. Die Schulter des Hunds befindet sich auf Kniehöhe des Hundeführers, der dabei den Blickkontakt zum Hundeführer hält. Der Prüfer gibt die Anweisungen:Vorwärts, Rechtswendung, Linkswendung, rechts umkehren, links umkehren und Halt. Die Rechts- beziehungsweise Linkswendung müssen in einem Winkel von 90 Grad sein. Der Halt soll unerwartet und ohne Kommando ausgeführt werden.


Die Klasse 1


1. 1 Minute sitzen mit Sichtkontakt
2. 3 Minuten liegen mit Sichtkontakt
3. Leinenführigkeit
4. Freifolge
5. Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8m)
6. Kommen auf Befehl
7. Zurücksenden zum Platz
8. Freisprung über die Hürde
9. Apport auf ebener Erde
10. Kontrolle auf Distanz
11. Umgang Mensch-Hund

Die Klasse 2


1. 2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
2. 3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
3. Freifolge
4. Sitz, Platz aus der Bewegung
5. Kommen mit Steh
6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
7. Apport über die Hürde (Holzapport)
8. Metallapport
9. Geruchsunterscheidung aus maximal 6 Gegenständen
10. Kontrolle auf Distanz
11. Umgang Mensch-Hund

Die Klasse 3

1. 2 Minuten sitzen
2. 4 Minuten liegen
3. Freifolge
4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
5. Abrufen mit Stehen und Platz
6. Voraussenden in ein Viereck
7. Bringen auf Anweisung
8. Metallapport über die Hürde
9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
10. Kontrolle auf Distanz

Obedience könnt ihr euch hier ansehen!

http://www.youtube.com/watch?v=AK2GgOKnwaE

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