#1 Leinenruck in der Erziehung von Imkepongo 05.03.2010 08:28

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Ich will ein paar wissenswerte Dinge zum Thema Leinenruck in der Hundeerziehung hier anbringen, denn leider wird er immer noch vielfach eingesetzt, und ich möchte, dass Ihr zumindest Hintergrundwissen dazu habt, um Euch überlegen zu können, ob Ihr das einem geliebten Lebewesen zumuten wollt.

Der Leinenruck wird hauptsächlich in der traditionellen Ausbildung zu 3 Zwecken benutzt: Aufmerksamkeit herstellen, Anti- Leinenziehtraining und korrigieren von falschen Verhaltensweisen.
1. wenn der Hund angesprochen wird, ein Kommando gegeben werden soll, wie zB Sitz, wird vorher an der Leine geruckt
2. Wenn der Hund beim Fuß gehen schnüffelt oder einen anderen Hund anbellt wird an der Leine geruckt, damit er es lässt.

Der Leinenruck stellt ein gesundheitliches Risiko für den Hund dar, egal wieviele Halsmuskeln der Hund auch haben mag. Es ist ähnlich wie bei einem Auffahrunfall: der Stoß kommt so unvorhersehbar, dass die Muskulatur keine Chance hat zu reagieren. Somit sind die halswirbel der Erschütterung hilflos ausgesetzt. Bei dem Leinenruck werden die Halswirbel gegeneinander verschoben, sozusagen aus der Bahn gebracht. Nach einer norwegischen Studie konnte festgestellt werden, dass 90% der Hunde, die über Leinenruck erzogen wurden, Halswirbelsäulen Probleme haben.....

Zusätzlich werden der Kehlkopf und die Schilddrüse durch die Stöße die entstehen, strapaziert.

Der Hund fühlt dabei Schmerzen!

hinsichtlich der oben genannten Zweckintention muss man sich fragen:
Ist es sinnvoll, eine Kommunikation über Schmerz zu beginnen? das wäre so, wie wenn ich jedes mal, dass ich mit meinem Kind ein gespräch anfangen wollte, dies mit einer Ohrfeige täte....

Zu den anderen beiden Zwecken ist es sicher neben dem gesundheitlichen Risiko eine Frage von philosophie und Wissen, ob ich mit traditionellen Ausbildungswegen die Probleme angehe oder mit moderneren.

#2 RE: Leinenruck in der Erziehung von olli 10.03.2010 15:11

..und wie sehen Alternativen dazu aus?

#3 RE: Leinenruck in der Erziehung von norobell 10.03.2010 15:14

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prosetive bestärkung zb durch lecker auf merksamkait auf sich zihn und richtiges verhalten belohnen und negrtives mit nem klarem nein bestrafen ................

#4 RE: Leinenruck in der Erziehung von Imkepongo 10.03.2010 15:23

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Zitat von olli
..und wie sehen Alternativen dazu aus?



in welchem Kontext? Um was zu erreichen? Um zu strafen? Um Aufmerksamkeit zu erlangen?

#5 RE: Leinenruck in der Erziehung von olli 11.03.2010 07:30

Zitat von Imkepongo

Zitat von olli
..und wie sehen Alternativen dazu aus?



in welchem Kontext? Um was zu erreichen? Um zu strafen? Um Aufmerksamkeit zu erlangen?





Wenn wir schon dabei sind, und du dir die Zeit nehmen magst, dann gern beides.

#6 RE: Leinenruck in der Erziehung von Imkepongo 11.03.2010 08:02

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Gut , aber ich versuche mal , es kurz zu halten - lässt sich halt immer besser zeigen

Für die Kommunikation ist meines Erachtens die Umorientierung nach Namensnennung total wichtig. Ich sage den Namen des Hundes: der Hund soll reagieren. Dieser Part ist einer, den ich in meinem Welpenkurs bereits beginne. Der Name wird oft viel zu häufig benutzt, oder sogar als Kommando, zum schimpfen etc. Dabei sollte der Name eine positive Erwartungshaltung auslösen.
Natürlich ist es dazu wichtig, ein gut funktionierendes Belohnungssystem, also je nach Hund eine strikte Ressourcenkontrolle zu haben.

Ohne Belohnungssystem keine Erziehung, ausser eben, man will den Zwangsweg gehen ( und streicheln ist keine Belohnung!)

Was Strafen angeht stelle ich eine Gegenfrage: welche Dinge wären denn so, dass Ihr sie mit Leinenruck bestrafen würdet? warum lernt der Hund nicht lieber, wie er sich in der Situation verhalten soll, statt, wie er es nicht soll?
NEIN, bzw. Strafaktionen bieten wenig Informationsgehalten, frei nach dem Motto: wenn nicht hier wann dann, wenn nicht jetzt, sag mir wo und wann....

Wenn jemand sagt : 3 plus 3 ist nicht 8, dann weiß ich noch lange nicht, was die richtige Antwort wäre.
KLarheit ( und dazu zählt übrigens im Training ein klassisch konditioniertes Markersignal), die Überlegung des Menschen: was soll denn der Hund stattdessen tun- und dann dieses Verhalten trainieren.
Dauert vielleicht augenscheinlich etwas länger, hilft aber dafür und wischt nicht nur an der Oberfläche herum ( die meisten Leinenruck Menschen tun es ja nicht vorübergehend, sondern über Monate, sogar Jahre, sonst würde man ja nach einiger zeit, die jemand geruckt hat, denjenigen nicht mehr rucken sehen, oder???).

Und eigentlich, wenn man denn behauptet, seinen Hund ja soooooo lieb zu haben auch gar nicht so viel verlangt oder?

#7 RE: Leinenruck in der Erziehung von Dogland 27.03.2010 11:30

Ich glaube man muss sich bei der Erziehung auch immer die Frage stellen wo will ich hin und was soll mein Hund machen.

Ein Schäferhund der im Schutzdienst geführt wird und entweder teuer als Schutzhund verkauft werden soll oder sogar auf Bundesebene geführt werden soll muss schnell lernen und perfekt reagieren. In dem Fall wird kein Hundeführer jemals auf einen Leinenruck verzichten können.

Ich glaube aber auch das es heutzutage viele gute alternativen zum leineziehen,Stachelhalsband, Teleimpulsgerät usw gibt.
Und man sieht ja das ganz viele Hundeschulen sehr erfolgreich mit Leckerlis,Clickern usw arbeiten.

Ganz wichtig ist das richtiges belohnen und bestraffen gelernt sein will. Schon ein schimpfen im falschen Moment und ein belohnen zur falschen Zeit führt zu einem falschen Signal an den Hund.

Viel Spass beim Trainieren

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